Methodik & Transparenz
BelegLage bewertet nicht nach Absender, Partei oder Popularität einer Aussage. Entscheidend ist, welche überprüfbaren Belege für oder gegen eine konkrete Tatsachenbehauptung vorliegen.
1. Grundprinzip
Behörden, Parteien, Verbände, Medien und Wissenschaftler sind Quellen oder Akteure – keine automatische Wahrheitsinstanz. Eine Primärquelle kann besonders stark belegen, dass etwas gesagt, beschlossen oder gemessen wurde. Ob die daraus gezogene Schlussfolgerung richtig ist, kann zusätzliche unabhängige Belege erfordern.
2. Welche Aussagen werden geprüft?
Geprüft werden konkrete Tatsachenbehauptungen, Zahlen, Zitate, kausale Aussagen und öffentlich verbreitete Behauptungen mit gesellschaftlicher Relevanz. Reine Meinungen, Geschmacksurteile und Zukunftsprognosen werden nicht als „wahr“ oder „falsch“ etikettiert.
3. Quellenhierarchie
- Original- und Primärquellen: Gesetze, Drucksachen, Urteile, Datensätze, Studien, Reden, Videos, Protokolle.
- Fach- und Behördenquellen: zuständige Statistik-, Forschungs- oder Fachinstitutionen.
- Unabhängige Sekundärquellen: Nachrichtenagenturen, Medien, Fachpublikationen.
- Faktenchecks und Archive: dienen als zusätzliche Recherche- und Vergleichsebene.
- Social Media: kann den Ursprung einer Aussage belegen, nicht automatisch deren Richtigkeit.
4. Unabhängigkeit der Belege
Zehn Artikel sind nicht zehn unabhängige Belege, wenn alle dieselbe Agenturmeldung oder dasselbe Dokument wiedergeben. BelegLage versucht deshalb, gemeinsame Ursprungsquellen zu erkennen und nicht künstlich als Mehrfachbestätigung zu zählen.
5. Bewertungsstufen
6. Recherche und redaktionelle Prüfung
Quellen werden gesammelt, auf ihren Ursprung geprüft, gegeneinander abgeglichen und in einer nachvollziehbaren Belegkette dokumentiert. Schwerwiegende personenbezogene Vorwürfe, niedrige Sicherheit und widersprüchliche Quellenlagen werden besonders zurückhaltend behandelt.
7. Korrekturen
Faktenchecks sind eine dokumentierte Momentaufnahme der verfügbaren Beleglage. Werden belastbare neue Quellen veröffentlicht oder Datensätze korrigiert, kann ein Check aktualisiert werden. Wesentliche Änderungen sollen mit Datum und Begründung nachvollziehbar bleiben.
8. Interessenkonflikte und politische Neutralität
Die Prüfung soll unabhängig von Parteizugehörigkeit oder politischem Nutzen erfolgen. Aussagen verschiedener politischer Lager werden nach denselben methodischen Kriterien behandelt. Quellen mit Eigeninteresse werden nicht ausgeschlossen, aber als solche eingeordnet.
9. Was BelegLage nicht verspricht
BelegLage kann Fehler nicht vollständig ausschließen. Quellen können unvollständig sein, Daten nachträglich korrigiert werden und komplexe Sachverhalte können mehrere legitime Definitionen zulassen. Deshalb ist die Belegkette wichtiger als ein isoliertes Label.
